AstraZeneca GmbH

Daten und Fakten

Anlass: Produktpräsentation, Unternehmenskommunikation, Personalentwicklung
Anzahl Zuschauer: ca. 250
Datum: Montag 6. Oktober 2008
Sprache: Deutsch

Ausgangssituation:

Der Pharmakonzern AstraZeneca mit Hauptsitz in London ist aus der Fusion der schwedischen Astra AB mit der britischen Zeneca Group PLC entstanden. Weltweit arbeiten bei AstraZeneca mehr als 66.000 Mitarbeiter daran, Medikamente für schwerwiegende Erkrankungen verfügbar zu machen. In Deutschland beschäftigt AstraZeneca aktuell 1.550 Mitarbeiter. Die Forschung von AstraZeneca ist richtungsweisend unter anderem in den Bereichen Herz-Kreislauf sowie bei der Bekämpfung von Brust- und Prostatakrebs und in der Behandlung von Schizophrenie sowie bipolaren Störungen.

Regelmäßig informieren die Marketingverantwortlichen von AstraZeneca den Außendienst des Konzerns über den aktuellen Stand der Forschung und die Wirkungsweise der Medikamente. Damit können die Außendienstmitarbeiter im Kontakt mit Ärzten und Patienten auf alle relevanten Informationen und zielführende Argumente zurückgreifen.

Aufgabe:

Für das neue Medikament aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika wurde eine große Produkt-Informationsveranstaltung angesetzt. Das Medikament hat sich in der Behandlung von Schizophrenie bewährt und ist seit 2005 auch für den Einsatz bei Manie zugelassen. Aktuell läuft das Zulassungsverfahren für die Behandlung von manisch-depressiven Patienten. Ist diese erfolgt, wird es erstmals möglich sein, bipolare Störungen mit einer medikamentösen Monotherapie zu behandeln. Bisher mussten die Patienten zur Behandlung dieser lebenslangen Erkrankung einen so genannten Medikamenten-Cocktail einnehmen – mit dem Nachteil einer sehr langen Liste möglicher Nebenwirkungen.

Das Scharlatan theater wurde damit beauftragt, den Außendienst mit dem Krankheitsbild Manisch-Depressiver bekannt zu machen und über die Wirkungsweise des Medikamentes aufzuklären. Gleichzeitig sollte der neue Außendienst-Leitfaden für die Gesprächsführung mit den Ärzten anschaulich vorgestellt werden.

Umsetzung:

In einer ausführlichen Briefing-Runde mit der beteiligten Event-Agentur medi cine, den Produktverantwortlichen von AstraZeneca sowie einer ganzen Reihe von Ärzten und weiteren Fachleuten werden die inhaltlichen Grundlagen und das dazu passende Veranstaltungskonzept erarbeitet. Entwickelt wird ein einleitender Sketch, der mit sensibler Komik das Krankheitsbild der bipolaren Störung herausarbeitet und den Auftakt für eine Podiumsdiskussion bildet, in der Ärzte und Betroffene über die Erkrankung sprechen. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion folgt ein “Forumtheater”, in dem das Gespräch zwischen Außendienst und Arzt auf die Bühne gestellt wird. Der Sketch zeigt die Schwierigkeiten im Umgang mit den einzelnen Phasen der Erkrankung. Das Krankheitsbild vereint die Manie und die häufig dazu gehörenden Symptome wie Unruhe, Selbstüberschätzung und Wirklichkeitsverluste mit der Depression, die von Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Selbstzweifeln bis hin zu Selbstmordgedanken gekennzeichnet ist. Bei der Entwicklung des Sketches war es zwingend erforderlich, dass sich die Betroffenen nicht verunglimpft fühlen und dass sie keinesfalls in eine Opferrolle gestellt werden. Es ist den Autoren des Scharlatan theaters gelungen, über den Einsatz sensibler Komik eine heitere Atmosphäre zu schaffen, in der das Krankheitsbild eine positive Aufnahme bei den Zuschauern findet.

Dr. Mathias Wundram, Leiter Key Account Management CNS von AstraZeneca: “Der Sketch ist nicht nur bei unseren Mitarbeitern sehr gut angekommen. In den Gesprächen mit den Betroffenen konnte ich nach der Aufführung erfahren, dass auch sie die Vorstellung absolut positiv aufgenommen haben und es sogar sehr spannend fanden, das Verhalten in der bipolaren Störung einmal auf der Bühne zu sehen.”

Im “Forumtheater” wird das Publikum zunächst von einem Moderator auf das Thema eingestimmt und für das eröffnende Bühnenstück vorbereitet. In der Umsetzung für AstraZeneca trifft der Außendienst (gespielt von Ben Kropp) auf einen behandelnden Arzt (Marco Stickel), der in dieser Situation eigentlich über keine Ressourcen für ein Fachgespräch verfügt. Die Folge ist, dass der Außendienstbesuch im ersten Anlauf zum vergnüglichen Anschauungsbeispiel gerät, das zeigt, wie ein Arztgespräch besser nicht ablaufen sollte.

Im Anschluss an den ersten Durchlauf folgt eine vom Moderator geführte Diskussion über die Inhalte des Stücks. Jetzt übernimmt das Publikum die Regie und das Stück wird ein zweites Mal aufgeführt. An jedem Punkt, an dem die Zuschauer den Bedarf sehen, Verbesserungen vorzunehmen, können sie das Stück anhalten und die Schauspieler setzen die gewünschten Verbesserungen gleich in die Tat um. Es entsteht ein komplett neues Stück, das einen nahezu idealen Ablauf der dargestellten Situation zeigt. Auf diese Weise gestalten die Außendienstler von AstraZeneca selbst das Gespräch mit dem Arzt so um, dass es dem neuen Leitfaden entspricht. Sie werden direkt mit einbezogen und erleben das Positiv-Beispiel als aktiv selbst gestaltet.

Fazit:

Dem Scharlatan theater ist es gelungen, ein inhaltlich sehr komplexes Thema unterhaltsam umzusetzen und den Beteiligten einen emotionalen Zugang zu ermöglichen. Über eine intensive Recherche wurde das nötige Fachwissen aufgebaut, um ein Bühnenprogramm zu entwickeln, dass dem hohen Kenntnisstand des Publikums gerecht wird, d.h. über fachlichen Tiefgang verfügt. Entscheidend bei der Herangehensweise war auch, dass die komischen Elemente der Inszenierung absolut frei von so genannter Opferkomik sind. Die Arbeitsweise des Scharlatan theaters schließt aus, Komik auf Kosten des Publikums oder sonstiger Beteiligten – hier insbesondere Menschen mit einer bipolaren Störung – zu erzeugen. Die Arbeit für AstraZeneca hat gezeigt, dass sich hochkomplexe und sensible Inhalte mit den Mitteln des Scharlatan theaters sehr gut bearbeiten lassen. Dr. Mathias Wundram, Leiter Key Account Management CNS: „Die Umsetzung war hoch professionell und sehr positiv. Viele Kleinigkeiten waren einfach großartig gelöst. Die Inhalte wurden präzise wiedergegeben und gut verständlich rübergebracht. Es ist in der Zusammenarbeit gelungen, ein sensibles Thema unterhaltsam aufzubereiten.“