1. HAUSMESSE 2012
So war's: Ein Befund

Wie geht’s uns denn heute? Ein Rückblick.
Erschöpfung, Burnout, Depression – was gibt’s denn da zu lachen? Viel, wenn sich das Scharlatan theater den brisanten Themen Work-Life-Balance und Gesundheitsmanagement annimmt.
Unter dem Motto „Wenn es brennt, ist es zu spät“ erlebten mehr als 80 Gäste des Scharlatan theaters auf der ersten von zwei Hausmessen pro Jahr am 8. Februar 2012, wie die Unternehmenstheater-Profis mit Sensibilität und viel Humor Tabuthemen auf die Bühne bringen. Wertschätzung, gute Kommunikation und gezielte Interaktion sind bewährte Therapieformen, um Schwelbrände zu vermeiden – vor allem dann, wenn sie vorbeugend in Unternehmen eingesetzt werden.
Los ging’s mit der gezielten Interaktion: Im Forumtheater – gezeigt wurde eine Produktion für das Klinikum Oldenburg zum Thema „Wie führe ich ein Mitarbeitergespräch“ – konnten die Gäste ihre eigenen Vorstellungen über das perfekte Mitarbeitergespräch einbringen und die Szenen entsprechend „umspielen“ lassen. Mit Sachverstand und Spaß dirigierten sie die Schauspieler, die mit eigenwilliger Komik den Anweisungen des Publikums folgten. So viel Mitarbeit macht hungrig!

Gestärkt durch einen gesunden, leckeren Lunch und aufgelockert durch eine wohltuende Massage war man nach der Pause für den wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Faber bestens gewappnet. Der echte falsche Redner führte eloquent, komisch und mit profunder Fachkenntnis das medizinische Latein seiner Kollegen ad absurdum und das Publikum zur heiteren Erkenntnis: Ein gesunder Mensch ist nur ein Mensch, der nicht gründlich genug untersucht wurde.
Der Ton macht die Musik! Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation genauso wie bei den vorgestellten zwei Bandproben. Nein – hier wurde nicht zu sanften Klängen meditiert, sondern ordentlich auf den Putz – respektive das Schlagzeug – gehauen. Schließlich ging es um massive Probleme und scheinbar unüberbrückbare Interessengegensätze, die auf der Bühne musikalisch ausgetragen und mitreißend in Form gegossen wurden.
Großartige Unterhaltung – aber was soll das Theater? Bringt das auch was? Das war die Frage, die vielen Gästen unter den Nägeln brannte. Gut, dass die Auftraggeber Herr Hingst vom Klinikum Oldenburg und Herr Buschmann, Geschäftsführer der Paul Hartmann AG, vor Ort waren. Sie gaben ehrliche Antworten auf Fragen über ihre Beweggründe und die Ziele und Wirkung der von ihnen in Auftrag gegebenen Produktionen.

Fazit: Unternehmenstheater ist kein Alleinheilmittel und erst recht kein Pflaster, das man auf offene Wunden klebt. Eingebettet in ein überzeugendes Gesamtkonzept sind die maßgeschneiderten Bühnenstücke und Formate des Scharlatan theaters jedoch ein wirkungsvolles Instrument, um Probleme aufzudecken, Konflikte zu entschärfen und die Kommunikation zu stärken. Sie tragen so zur gesunden Entwicklung nicht nur der Zahlen, sondern auch der Menschen im Unternehmen bei.
Die Work-Life-Bilanz des Tages: Viel erlebt, viel gelernt, viel gelacht. Am Ende des viel zu kurzen Tages verließen rundum ausbalancierte Gäste die Gotenstraße 6 in der Überzeugung: Lachen ist gute Medizin!
